Fallstudie

Aesculap

Automatisierte Herstellung medizin­technischer Produkte

Branche
Sonstige
Anwendung
Tandemlösungen, Pressensysteme, Pressenlinienautomation & Front-of-Line
Datum

AP&T hat die Gesamt­verantwortung für Aesculaps neue Produktions­anlage übernommen

Herausforderungen wie diese sind fester Bestandteil im Alltag von AP&T, aber manchmal fallen die Aufgaben noch komplexer als normal aus. Der neueste Auftrag der Aesculap AG in Tuttlingen in Süddeutschland fällt zweifellos in diese Kategorie. „Das ähnelt keinem anderen Projekt, an dem ich beteiligt gewesen bin“, meint Kristian Broberg, zuständiger Projektleiter bei AP&T.

Aesculap bietet als Premiumlösungs­anbieter ganzheitliche Produkt- und Dienstleistungen für alle chirurgischen  Kernprozesse aus einer Hand: Von der Öffnung, über den Eingriff, bis hin zum Wundverschluss und der Sterilgutaufbereitung.  Jetzt war das Unternehmen auf der Suche nach einem Kooperations­partner für den Bau einer automatischen Pressenlinie. Damit sollte die Produktion von Steril­containern, Metallbehältern zur Sterilisierung chirurgischer Instrumente und anderer OP-Geräte, gesteigert und effektiver gestaltet werden. Insgesamt geht es dabei um mehr als fünfzig Produkt­varianten, von denen der Grundkörper aus Aluminium und Edelstahl hergestellt wird. Alle Varianten sollten in einer einzigen Anlage produziert werden können. Nach einem sorgfältigen Auswahl­verfahren erhielt AP&T das Vertrauen, diese Aufgabe zu lösen.

AP&T-Produktionsanlagen bei Aesculap, Foto 1.
AP&T hat eine vollautomatische und integrierte Produktionsanlage für Aesculap zur Herstellung von Sterilbehältern für chirurgische Instrumente und sonstige Operationsgeräte entwickelt.

Zwei Vertreter von AP&T und Aesculap am Standort.
Dank der neuen Anlage ist es uns gelungen, unsere Kapazität zu steigern und die zunehmende Nachfrage nach unseren Produkten zu erfüllen“, freut sich Markus Siller (links), Segmentleiter bei Aesculap. Hier ist er zusammen mit Werner Blaha, Senior Area Sales Manager von AP&T zu sehen, der für das Geschäft mit Aesculap zuständig war.

„AP&T hat uns ein Gesamtanlagen­layout vorgestellt, das unsere Anforderungen an Flexibilität hinsichtlich verschiedenster Material­flüsse wie auch der Notwendigkeit von In-Prozess-Kontrollen erfüllt. Zudem war AP&T bereit, Sonder­maschinen anderer Hersteller in die Gesamtanlage zu integrieren bzw. zu automatisieren“, erklärt Markus Siller, zuständiger Segment­leiter bei Aesculap.

Im Rahmen der Ausschreibung wurden detaillierte Simulationen in Bezug auf die von Aesculap geplante Produktions­anlage vorgenommen und Referenz­besuche bei anderen AP&T-Kunden in Deutschland, Dänemark und Schweden durchgeführt, um die Planungs­sicherheit im Gesamt­projekt zu erhöhen.

Zum Bau der Produktions­anlage wurde der Großteil der Neuanlagen wie auch die gesamte Automation von AP&T geliefert. Zusätzlich wurde eine Bestands­anlage wie auch neue Anlagen unterschiedlicher Hersteller integriert. Als gesamtverantwortlicher Partner stand AP&T vor der Anforderung, all diese Einheiten in die Anlage zu integrieren, damit diese über ein übergeordnetes Steuersystem bedient und überwacht werden können. Da die Herstellung der Sterilcontainer eine Vielzahl von Arbeitsschritten aufweist, war die Austaktung der Gesamtanlage eine zentrale Aufgabe, damit die Produktion gleichmäßig und mit hoher Takt­geschwindigkeit ablaufen kann. Gleichzeitig bestand die Vorgabe, dass schnell und einfach zwischen den verschiedenen Produktvarianten umgerüstet werden kann. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass die Produktions­anlage, die aus insgesamt acht Pressen und einer großen Anzahl anderer Maschinen und Zusatz­geräten besteht, in zwei Teile unterteilt ist, wodurch die Aufgabe nicht gerade weniger anspruchsvoll ausfiel.

„Im Verlauf des Projektes fanden regelmäßig Status­besprechungen statt. Zudem gab es in entscheidenden Projekt­phasen eine enge Abstimmung im erweiterten Kreis, u.a. mit der Werkleitung bzw. dem Strategischen Einkauf, um schnell Entscheidungen bezüglich der Projekt­ausführung treffen zu können. Zur Absicherung des Projektplans wurde die Zeitschiene immer wieder bis ins kleinste Detail überarbeitet. So wurde z. B. auch die gesamte Automations­anlage bei AP&T in Schweden aufgebaut und einem Test unterzogen, was wir als wesentlichen Punkt der Vorabnahme betrachtet haben“, erinnert sich Markus Siller.

AP&T-Produktionsanlagen bei Aesculap, Foto 3.
Der Großteil der neuen Maschinen und die gesamte Automatikanlage wurde von AP&T geliefert. Außerdem wurden eine bereits vorhandene Maschine und neue Anlagen von anderen Herstellern integriert.

Nach intensiven Arbeits­phasen wurde die neue Anlage im Oktober 2014 in Verbindung mit der Einweihung eines neuen Werks­gebäudes von Aesculap in Betrieb genommen. Gut ein Jahr nach dem Produktionsstart sind die Erfahrungen ausgesprochen positiv. Markus Siller freut sich, dass die Anlage die Erwartungen vollständig erfüllt.

„Wir sind sehr zufrieden. Dank der neuen Anlage ist es uns gelungen, unsere Kapazität zu steigern und die zunehmende Nachfrage nach unseren Produkten zu erfüllen. Durch die Erhöhung des Automations­grades können wir unsere Anforderungen an eine  hohe Qualität sicherstellen und gleichzeitig unsere Produktivität verbessern.“

AP&T hat durch dieses Projekt neue Erfahrungen gemacht, die bei zukünftigen Projekten von Vorteil sein werden.

„Für uns war das ein sehr interessanter Auftrag, bei dem wir unserer Zusage, als gesamt­verantwortlicher Partner aufzutreten, wirklich gerecht werden konnten. Wir waren für die Steuerung aller Maschinen und Sicherheits­funktionen sowie für die gesamte Konfiguration zuständig. Außerdem haben wir die CE-Zertifizierung der gesamten Produktions­anlage vorgenommen. Trotz dieser komplexen Umstände hat alles sehr gut funktioniert, nicht zuletzt aufgrund der guten Zusammen­arbeit mit Aesculap“, meint Kristian Broberg.

Mai 2016

Ein AP&T-Mitarbeiter bedient ein Maschinenbedienfeld bei Aesculap.
Als gesamtverantwortlicher Partner hatte AP&T den Auftrag, alle Einheiten so zu integrieren, dass sie über ein übergeordnetes Steuersystem geregelt werden können.

Fakten zu Aesculap

Aesculap ist eine Sparte der B. Braun Melsungen AG, einem der weltweit führenden Unternehmen auf dem Gesundheits­markt mit 55.000 Mitarbeitern in 62 Ländern. Aesculap bietet mit seinen 11.500 Mitarbeitern Lösungen für wichtige Kernindikationen der Chirugie im Bereich: Allgemein­chirurgie, Orthopädischer Gelenkersatz, Neurochirurgie, Laparoskopie, Interventionelle Gefäßdiagnostik und –therapie, Degenerative Wirbelsäulener­krankungen und die Herz-Thorax-Chirurgie. Der Erfolg des Unternehmens basiert auf einem kontinuierlichen Wissen­saustausch mit Kunden, Anwendern und Partnern und hat stets ein Ziel:  Die Gesundheit der Menschen auf der ganzen Welt zu schützen und zu verbessern.

Fakten über die Produktions­anlage

Die Produktions­anlage von Aesculap besteht aus vier ODEN-Pressen, einem Entstapler, einem SpeedFeeder, sechs Industrierobotern, einer mechanischen Schnittstation, Förderbändern, Positionierungs­stationen, Sicherheits­absperrungen und einem kompletten Steuersystem. Außerdem umfasst sie eine ältere und drei neue Pressen von anderen Herstellern sowie Sonder­maschinen.

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